Interview - Präsident Daniel Schnellmann über den EHC Basel und die Zukunft

Juni
10
2019
Präsident Daniel Schnellmann am CUP-Spiel gegen die SCL Tigers am 18. September 2018
© Gerd Gruendl Sport-Fotografie

Seit fast drei Jahren ist Daniel Schnellmann Präsident vom EHC Basel. Es sei eine schwierige, aber spannende Zeit. Zudem erzählt er über den Nachwuchs und wie er den Aufstieg miterlebt hat, sowie die Zukunft um den EHC Basel.

 

C.T.: Es sind jetzt zwei Jahre vergangen, seit Sie das Amt des Präsidenten angetreten sind. Was ist Ihre Bilanz bisher und wie blicken Sie zurück?

Daniel Schnellmann: Es ist eine schwierige Zeit, aber auch eine spannende. Wir sind in einem Aufbruch, da geht es nicht immer so schnell voran, wie ich mir das erhoffe. Aber die Richtung stimmt.

 

Vor zwei Saisons war die Rede von einem 5-Jahres-Plan. Wie ist der Stand dort?

Wir orientieren uns an unserem Plan "Fokus 2024". Dort wollen wir mit der 1. Mannschaft sowie dem Nachwuchs die gesetzten Zielsetzungen erreichen. Wir sind auf Kurs. Es braucht jedoch permanent Anstrengungen von uns allen, dass wir das Ziel erreichen können.

 

Auf was richtet sich der Plan?

Wir wollen 2024 mit der Aktivmannschaft wieder Profieishockey spielen. Das muss das Ziel sein. Nicht zuletzt auch wegen dem Nachwuchs. Der Nachwuchs und die erste Mannschaft beinhalten eine direkte Abhängigkeit. Wir wollen die Nachwuchsspieler idealerweise bis zum Ende der Ausbildungszeit im Verein halten. Dazu brauchen wir jedoch zwingend eine "Lokomotive" in Form der ersten Mannschaft, die auf Profilevel spielt. Nur so können wir mittelfristig eine Mannschaft aufbauen, die zu grossen Teilen mit eigenen Junioren bestückt ist.

 

Profieishockey heisst Swiss League?

Das mittelfristige Ziel ist sicherlich die Swiss League. Aber man darf und soll träumen und eine Vision haben. Das Endziel ist bestimmt, dass wir wieder National League Hockey in Basel zeigen können. Aber dazu braucht es Zeit, wir müssen da Schritt für Schritt vorangehen.

 

Das sind grosse Ziele für den Verein. Wie sieht es mit der finanziellen Lage aus?

Wir sind im Verein und im Nachwuchs in eine Saison mit einem ausgeglichenen Budget in die Planung gegangen. So werden wir an der GV auch ein praktisch ausgeglichenes Resultat in beiden Organisationen präsentieren können. 

Aber dieses Resultat ermöglicht uns es nicht, irgendwelche Risiken einzugehen. Nach wie vor sind wir angehalten, unsere finanziellen Ressourcen gezielt und vernünftig einsetzen. Wir müssen unbedingt in beiden Organisationen weitere finanzielle Quellen erschliessen. Dies nicht zuletzt auch infolge des Aufstiegs unserer U17 in die "Elit"-Klasse, wo Zusatzkosten in Höhe von jährlich rund 40'000 Franken anfallen werden.

 

Im Nachwuchs war vergangene Saison vor allem die Novizen Top, jetzt U17 Elit, ein Erfolg. Wie hast Du das miterlebt?

Ich habe das hautnah miterlebt. Ich bin an den entscheidenden Spielen dabei gewesen, auch in Brig als das Team schlussendlich den verdienten Aufstieg schaffte. Für die Mannschaft und Trainer war dies ein sehr spezielles Erlebnis, denn einen Aufstieg erlebt man nicht allzu oft in einer Sportlerkarriere. In der U17 Elit sind wir nun in bester Gesellschaft, denn wir sind neben dem Swiss League-Club EHC Kloten der einzige Verein ohne ein Fanionteam in der National League. Deshalb kann man auf die Mannschaft und den Trainer-Staff wirklich sehr stolz sein.

 

Ein MySports League Verein mit Nachwuchs in der U17 Elit, kommt das gut?

Wir sind zuversichtlich, dass wir die Liga halten können. Nur ein Jahr diese Liga erleben zu dürfen und dann wieder abzusteigen, wäre zu kurzfristig gedacht. Daher planen wir die Liga zu halten. Diese Spielklasse wird auch dazu führen, dass wir das Kader relativ breit halten müssen. Es haben schon auswärtige Spieler bei uns angeklopft. In der U17 Elit braucht man die Breite im Team, um Alternativen zu haben. Aber es ist realistisch gesehen sicherlich so, dass es ist eine herausfordernde Saison sein wird. Wir stellen uns dem und sind zuversichtlich, dass das Team und der Trainer-Staff das gesetzte Ziel erreichen werden.

 

Neben den vielen erfreulichen Transfers in der 1. Mannschaft hat uns ausgerechnet der Trainer verlassen, der vergangene Saison noch so vom Produkt EHC Basel überzeugt war. Weshalb hat man sich von ihm getrennt?

Wir fanden effektiv keinen gemeinsamen Nenner. Es ist nicht so, dass wir völlig unzufrieden mit dem Trainer waren. Er hat zweifellos seine Qualitäten, keine Frage. Schlussendlich ist es einfach die Frage, ob sich mit den anfallenden Kosten die erhofften Resultate und gesetzten Ziele erreichen lassen. In den Gesprächen mit Albert Malgin sind wir übereingekommen, dass es der richtige Weg für beide Seiten ist, einen Neuanfang zu planen.

 

Wie siehst Du die Mannschaft für nächste Saison?

Ich bin überzeugt, dass die sportliche Führung die beste Mannschaft während meiner bisherigen Amtszeit zusammengestellt hat. Die Jungs haben grosses Potenzial und wollen den Erfolg! Wir konnten das Gros der Mannschaft zusammenhalten, was ein wichtiger Faktor ist. Es sind die wichtigen Charaktere im Team verblieben, welche durch einige neue hungrige Spieler ergänzt worden sind. Diese Kombination soll uns einen weiteren Schritt in die richtige Richtung sicherstellen.

 

Vielen Dank für Ihre Zeit und den Einblick!